Mit dem erblichen Krebsrisiko nicht allein: BRCA-Gesprächskreis an der UMG lädt zum Austausch ein

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 75.000 Frauen neu an Brustkrebs. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen liegt eine erbliche Veranlagung zugrunde. Besonders bekannt sind Veränderungen in den Genen BRCA1 und BRCA2. Die Abkürzung BRCA leitet sich vom englischen Begriff „BReast CAncer“ für Brustkrebs ab. Veränderungen in diesen Genen können innerhalb einer Familie weitergegeben werden. In betroffenen Familien treten Brust- und Eierstockkrebs, aber auch andere Krebserkrankungen deshalb mitunter gehäuft und bereits in jüngerem Alter auf.
Das Wissen um ein erblich erhöhtes Krebsrisiko kann viele Fragen aufwerfen: Soll ich einen Gentest machen? Wie gehe ich mit einem auffälligen Ergebnis um? Wie spreche ich mit meinen Kindern oder anderen Angehörigen darüber? Und welche Möglichkeiten der Früherkennung oder vorbeugenden Behandlung gibt es? Genau hier setzt der Göttinger Gesprächskreis des BRCA-Netzwerks e.V. an. Das Göttinger Angebot ist Teil der bundesweiten Gesprächskreise des BRCA-Netzwerks. Ziel des Netzwerks ist es, Menschen in einer ähnlichen Lebenssituation miteinander in Kontakt zu bringen und die medizinische Beratung durch Informationen und Erfahrungen aus der Perspektive Betroffener zu ergänzen.
Erfahrungen teilen und Orientierung finden
Der Gesprächskreis bietet die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen auszutauschen, Fragen anzusprechen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Das Gesprächsangebot richtet sich sowohl an bereits erkrankte als auch nicht erkrankte Menschen mit einer bekannten genetischen Veranlagung sowie Personen, in deren Familie ein erblich erhöhtes Krebsrisiko vermutet wird. Der Gesprächskreis wird von Dr. Ulrike Engel geleitet und findet jeden letzten Donnerstag im Monat im Raum 01B 109 der Mildred-Scheel-Akademie der UMG in der Von-Siebold-Straße 3, in der Zeit von 17:30 bis 19:00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
„Eine erbliche Krebsveranlagung betrifft häufig nicht nur die einzelne Person, sondern die ganze Familie und kann mit schwierigen Entscheidungen verbunden sein. Neben einer fundierten medizinischen Beratung ist deshalb der Austausch mit Menschen, die vor ähnlichen Fragen stehen, besonders wertvoll. Der Gesprächskreis kann Orientierung und Entlastung geben und Betroffene und Ratsuchende darin stärken, gut informierte Entscheidungen für ihren eigenen Weg zu treffen“, sagt Prof. Dr. Julia Gallwas, Direktorin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der UMG und Leiterin des FBREK-Zentrums der UMG.
Selbsthilfe ergänzt spezialisierte medizinische Betreuung
Die enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs (FBREK-Zentrum) der UMG, das zum UniversitätsKrebszentrum Göttingen (G-CCC) gehört, verbindet das Selbsthilfeangebot mit der spezialisierten medizinischen Versorgung an der UMG. Das FBREK-Zentrum ist seit 2021 nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und bündelt die Expertise der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, des Instituts für Humangenetik, des Instituts für Klinische und Interventionelle Radiologie sowie des Instituts für Pathologie der UMG. Menschen mit einem erhöhten familiären Erkrankungsrisiko erhalten hier eine interdisziplinäre Beratung zu ihrem persönlichen Risiko, zu genetischen Untersuchungen sowie zu Möglichkeiten der Vorsorge, Früherkennung, Behandlung und Nachsorge.
Weitere Informationen zum FBREK-Zentrum und zum Gesprächskreis unter:
https://gccc.umg.eu/zentrum-fuer-familiaeren-brust-und-eierstockkrebs/
Anmeldung und Kontakt
BRCA-Gesprächskreis Göttingen
Leitung: Dr. Ulrike Engel, Telefon: 05593 / 802585
E-Mail: gk-goettingen@brca-netzwerk.de
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